1990-1998 Deutschland, Island, Schweiz

1991
Island, Basel, Hamburg
Roth erhält den Genfer Prix Caran d’Ache Beaux Arts, eine hoch dotierte Auszeichnung für Kunst der Schweiz. Anfang der 90er Jahre erfolgt die Gründung der Dieter Roth Foundation zusammen mit seinem Hamburger Förderer Philipp Buse. In dessen Haus, in dem der Künstler seit den frühen 70er Jahren ein Atelier hat, entsteht neben der bis dato größten Roth-Sammlung ein umfangreiches Werkarchiv, das neben Roths eigenem Material auch das von Freunden und ehemaligen Mitarbeitern umfaßt. In einer naheliegenden Remise inszeniert Roth mit dem Schimmelmuseum auf zwei Etagen eine Installation der Vergänglichkeit, in der er seine Ende der 60er Jahre entstandenen Konzepte noch einmal geballt demonstriert.
1992

Reykjavík, Mosfellsbaer, Paris, Basel, Holderbank, Sey∂isfjör∂ur, Hamburg, Berlin, Wien
Roth hält sich die meiste Zeit in Island auf. Weiterführung der Arbeiten am Schimmelmuseum in Hamburg zusammen mit seinem Sohn Björn. Die Gartenskulptur wird neben anderen Werken erstmals in der Galerie Claudine Papillon in Paris öffentlich ausgestellt. Zweite große Ausstellung im Holderbank-Werk in der Schweiz. Dabei werden auch Kollaborationen mit Ingrid Wiener und Richard Hamilton gezeigt. Beginn der Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Boekie Woekie in Amsterdam, die in den folgenden Jahren seine Druckgrafik vertreiben und vor allem seine Kopiebücher herstellen.
1994
Island, Basel, Berlin, Hamburg, Wien
Ihm wird der Große Kunstpreis Berlin an der Akademie der Künste verliehen. Roth gibt seine Wohnung in den Tuchlauben in Wien auf.
1995

Reykjavík, Basel, Wien, Zürich, Stuttgart
Ausstellung in der Wiener Secession zusammen mit Björn Roth. Die Ausstellung wird in ähnlicher Form im Sommer 1997 in Marseille wiederholt. Sie besteht eigentlich aus einer einzigen Installation, die sich aus diversen Einzelarbeiten zusammensetzt. Roths Schreibtische, die ebenfalls in die Installation integriert werden, nutzt der Künstler während der Ausstellungen weiterhin als Arbeitstische, indem er an ihnen wie in seinem Atelier arbeitet. Im Zentrum steht jeweils die Gartenskulptur, die zusammen mit Rudolf Rieser erstmals 1970 in dessen Kölner Garten installiert wurde. Seit dieser Zeit wird die Skulptur immer wieder an wechselnden Orten neu aufgebaut und dabei verändert, d.h. Teile werden entfernt, andere hinzugefügt. So z.B. 1975 bei Philipp Buse in Hamburg, wo sie um ca. ein Drittel vergrößert wird. Nach einem neuerlichen Umzug nach Eriswil zu Franz Eggenschwiler wird die Skulptur von Björn und Dieter Roth nach Basel geholt. Sie wird bis heute von Björn Roth für jede Aufstellung erweitert und an die gegebenen Räumlichkeiten angepaßt.
1997

Mosfellsbaer, Sey∂isfjör∂ur, Basel, Marseille
Die Filme Soloszenen, die Roth in Island begonnen hat, werden in Basel weitergeführt. Die Zustände und Gefühle während seiner letzten Abstinenzzeit dienen ihm als Material. Die Filme, die – ähnlich wie schon Ein Tagebuch – Alltagsszenen des Künstlers zeigen, werden 1999 in der Ausstellung d’ARTPERTutto auf der Biennale di Venezia gezeigt. Ausstellung stretch & squeeze im MAC, Galeries Contemporaines des Musées de Marseille. Roth hat gesundheitliche Probleme.
1998

Island, Hamburg, Stuttgart, Zürich, Basel
Januar: Roth setzt Dirk Dobke als Kurator für die Dieter Roth Foundation in Hamburg ein. Damit sollen die Sammlung und das Schimmelmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zusammen beginnen beide, das dort über Jahre angesammelte Werkarchiv zu systematisieren. Ihm wird der art multiple-Preis in Düsseldorf verliehen. Den Preis nimmt sein Sohn entgegen.
Dieter Roth stirbt am 5. Juni 1998 in seinem Atelier in der Hegenheimer Strasse in Basel an Herzversagen.
- 1930-1950 Deutschland, Schweiz
Jugend in Hannover, Übersiedlung in die Schweiz, Ausbildung
- 1950-1959 Schweiz, Dänemark, Island
geometrische Arbeiten, orientiert an den „Zürcher Konkreten“, wird Stoffdesigner in Dänemark, erste Filmexperimente und Buchkonzepte, geht nach Island
- 1960-1964 Island
Schmuckdesign, freie Kunst, Architekturmodelle, Arbeit am „Copley-Book“, gründet Möbelgeschäft in Reykjavik
- 1964-1966 USA
Arbeit am „Snow“-Buch in Philadelphia, Lehrauftrag in Providence, Rhode Island, USA, erste Kunstwerke aus organischen Materialien, Arbeit am Buch „Mundunculum“
- 1966-71 Deutschland
Hochphase der Arbeiten aus Lebensmitteln, Gedichtbände „Scheisse“-Zyklus und „Tränenmeer“, weitere Künstlerbücher, große druckgraphische Produktion, Schmuckentwürfe
- 1972-80 Deutschland, Island, Österreich
Malerei und Zeichnung, darunter auch „beidhändige Schnellzeichnungen“, Künstlerbücher, Druckgraphik, gründet „Dieter Roth’s Familienverlag“, später Assemblagen mit gefundenem Material und Abfällen
- 1980-1989 Deutschland, Island, Österreich, Schweiz
Multimediale, installative und biographische Arbeiten: Konzerte, Perfomances, Filme, Projektionen, Bücher und Schallplatten; vertritt die Schweiz auf der Biennale di Venezia 1982
- 1990-1998 Deutschland, Island, Schweiz
eher biographische Arbeiten, publiziert Tagebücher, Videoinstallation „Solo Szenen“ und inszeniert erste von ihm selbst ausgerichtete Retrospektiven, gründet die „Dieter Roth Foundation“ in Hamburg