1980-1989 Deutschland, Island, Österreich, Schweiz
1980
Reykjavík, Mosfellssveit, Luzern, Basel, Stuttgart
In den nächsten zwei Jahrzehnten pendelt Roth vor allem zwischen Island und der Schweiz. Er arbeitet zunehmend mit seinem Sohn Björn künstlerisch zusammen. Die meisten größeren Werke sind Gemeinschaftsprojekte. Roth bezieht sein Atelier in der Hegenheimer Strasse in Basel. Er entwickelt die Idee der Tischmatten. Er fixiert dazu das Material, das sich auf seinem Arbeitsplatz ansammelt wie Notizen, Fotos oder Abfall auf den Schreibtischunterlagen aus grauem Karton. Zusätzlich können diese Matten noch von Roth, zum Teil auch von seinen Enkeln und deren Freunden, ergänzend bemalt oder collagiert werden. Die Serie Stuttgarter Bilderbogen wird bei Wendelin Niedlich ausgestellt.
1982
Mosfellsveit, Paris, Mols, Venedig, Stuttgart, Basel
Frühjahr: Vorübergehende Aufgabe der Stuttgarter Wohnung und Umzug nach Mols. Roth erhält den Rembrandt-Preis der Johann Wolfgang Goethe-Stiftung im Basler Kunstmuseum. Statt der vorgesehenen Dankesrede winkt er dem Publikum zu und ruft mehrmals „Auf Wiedersehen!“. Gestaltet den Schweizer Pavillon auf der Biennale di Venezia, mit seinem Filmwerk Ein Tagebuch, einer Installation aus 40 Filmprojektoren für Super-8-Filme. Die zeitgleich vorgeführten Filme zeigen autobiographische Szenen aus dem ersten Drittel des Jahres 1982, Roths „täglich stattfindendes Gelebe“. Als begleitender Katalog erscheint sein jüngstes Tagebuch. Das Buch A Diary – Ein Tagebuch markiert den Beginn einer neuen, dokumentarisch ausgerichteten Werkphase. Fortlaufende Collagen mit Vera Roth bei Niedlich. Bruch mit Hanns Sohm.
1983
Island, Berlin, Mols, Basel, Stuttgart
Die erste Retrospektive seiner Werke zwischen 1965 und 1983, Ladenhüter aus d. Jahren 1965-1983, findet in der Galerie Onnasch statt. Roth zeigt u. a. seinen Biennale-Beitrag Ein Tagebuch. Eine der größten Ausstellungen der neueren Objekte und Skulpturen wird ab Juni in den Schweizer Holderbank Zementwerken gezeigt. November: Roth gibt endgültig seinen Wohnsitz in Stuttgart auf.
1984

Mosvellsveit, Basel, Mols, Wien, Chicago, Düsseldorf, Berlin
Kunstpreis der NORD/LB, Hannover. Ein Tagebuch wird im Rahmen einer Einzelausstellung in Chicago im Museum of Contemporary Art präsentiert, anschließend in der von Kasper König in Düsseldorf organisierten Ausstellung von hier aus. Das Wand-Allerwelt-Bild, das in Zusammenarbeit mit Björn Roth, André Thomkins, Ómar Stefánsson und Dominik Steiger entstanden ist, wird im Bahnhofsbuffet des Bahnhofs SSB in Basel präsentiert. Es erscheint das eigentlich als Zeitschrift geplante Einzelheft Kopiks, Lallix … in Mosfellssveit.
1986
Island, Basel
Roths TV-Auftritt im Januar in der Schweizer Talk-Sendung Ziischtigs-Club zum Thema „Essen oder abnehmen – ein Konflikt nach den Feiertagen“ löst empörte Reaktionen bei Zuschauern aus. Roth erhält für seine Bücher den Maastrichter Charles Nypels-Preis zuerkannt.
1987
Island, Basel, Frankfurt
Für die Ausstellung Publiziertes und Unpubliziertes im Frankfurter Portikus werden zusammen mit Barbara Wien die 3 vorläufigen Listen erstellt, eine umfassende Bibliographie der bisher erschienenen Druckerzeugnisse Roths sowie der Sekundärliteratur.
1988
Island, Basel, Stuttgart
Ausstellung Zeichnungen in der Staatsgalerie Stuttgart.
1989
Island, Basel, Hamburg
In Hamburg wird ihm der Lichtwark-Preis verliehen. Roth wird von Angstzuständen und Depressionen gequält. Er selbst beschreibt das Schreiben der Tagebücher als Therapie.
- 1930-1950 Deutschland, Schweiz
Jugend in Hannover, Übersiedlung in die Schweiz, Ausbildung
- 1950-1959 Schweiz, Dänemark, Island
geometrische Arbeiten, orientiert an den „Zürcher Konkreten“, wird Stoffdesigner in Dänemark, erste Filmexperimente und Buchkonzepte, geht nach Island
- 1960-1964 Island
Schmuckdesign, freie Kunst, Architekturmodelle, Arbeit am „Copley-Book“, gründet Möbelgeschäft in Reykjavik
- 1964-1966 USA
Arbeit am „Snow“-Buch in Philadelphia, Lehrauftrag in Providence, Rhode Island, USA, erste Kunstwerke aus organischen Materialien, Arbeit am Buch „Mundunculum“
- 1966-71 Deutschland
Hochphase der Arbeiten aus Lebensmitteln, Gedichtbände „Scheisse“-Zyklus und „Tränenmeer“, weitere Künstlerbücher, große druckgraphische Produktion, Schmuckentwürfe
- 1972-80 Deutschland, Island, Österreich
Malerei und Zeichnung, darunter auch „beidhändige Schnellzeichnungen“, Künstlerbücher, Druckgraphik, gründet „Dieter Roth’s Familienverlag“, später Assemblagen mit gefundenem Material und Abfällen
- 1980-1989 Deutschland, Island, Österreich, Schweiz
Multimediale, installative und biographische Arbeiten: Konzerte, Perfomances, Filme, Projektionen, Bücher und Schallplatten; vertritt die Schweiz auf der Biennale di Venezia 1982
- 1990-1998 Deutschland, Island, Schweiz
eher biographische Arbeiten, publiziert Tagebücher, Videoinstallation „Solo Szenen“ und inszeniert erste von ihm selbst ausgerichtete Retrospektiven, gründet die „Dieter Roth Foundation“ in Hamburg