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1966-71 Deutschland

1967

Reykjavík
Arbeit an Poetrie 2. „die blaue flut 2 (a LOOK into the blue tide part 2)“; „2 computeralphabete“; „kindermalbuch“; „malbogen für erwachsene“ (gemeint ist wahrscheinlich das Monokromopopoptopolische Nummer-Malwerk). Arbeit am „doppelbuch“ Noch mehr Scheisse. Eine Nachlese, footnotes to sweethearts… (mit Emmett Williams). Roth lebt zusammen mit Dorothy Iannone. September: Basel. Die ersten „Haufen“ aus übereinandergeschichteten Lebensmitteln, die mit Milch oder Joghurt übergossen werden, entstehen. Es folgt eine Auftragsserie für Weihnachtsgeschenke der Baseler Werbeagentur GGK, die 120 Schimmelhaufen. „handbemalte bücher“; „bücher mit gefüllten seiten“ (gemeint sind Poetrie 2 und die 1968 erscheinende Poeterei 3/4). Beitrag zu dé-collage no. 6. Roths Kunst wird auf internationaler Ebene immer bekannter. Für die Herstellung seiner Druckgraphik gründet er zusammen mit Karl Schulz das Schepperts Studio, eine kleine Druckerei in Braunschweig-Oelper.

1968

London
Roth unterrichtet an der Watford School of Art of Art in Vertretung für Hansjörg Mayer. Dort entstehen das „rezept zu einem buch ohne thema“, das er unter dem Titel „little tentative recipe“ publiziert und 1969 von seinen Studenten drucken läßt, sowie der „melancholische nippes“, für den Roth Spielzeug in Schokolade eingießt. Er übersetzt die 14 Chansons von Robert Filliou. „das unangenehme, peinliche und schwache tagebuch“. „druck der zeitschrift (10 exemplare)“ (gemeint ist wohl Poemetrie). Mai: Düsseldorf; Roth unterrichtet an der Kunstakademie in Düsseldorf (bis 1971). Es entstehen „selbstbildnisse aus essbarem als alter mann leiche hund u.a.m. ... maden und fliegenkolonien weichplastiken (käse, fleisch).“ Da die Arbeiten einen starken Verwesungsgeruch verströmen, ordnet die Akademieverwaltung die Räumung des Ateliers an, bei der alle Werke vernichtet werden. Roth wird Teilhaber der edition hansjörg mayer. Beginn der Publikation der Gesammelten Werke. Arbeit mit dem Drucker Helmut Kaminski. Juli: Reykjavík; Übersetzung des englischen Teils der Topographie von Daniel Spoerri mit eigenen Anmerkungen. Beiträge zur Zeitschrift ICA Bulletin und zur Ausstellung Zeitkunst im Haushalt in Wuppertal (Vice Versand).

1969

dieter roth

Düsseldorf
Kunstpreis der Stadt Iserlohn. Erste Gewürzbilder und -objekte entstehen. Mai: 37 mit Käse gefüllte Koffer, „ekelhaftes im verborgenen“, werden in der Ausstellung Staple Cheese (A Race) in der Galerie von Eugenia Butler in Los Angeles ausgestellt. Der Künstler wird Teilhaber an der edition hansjörg mayer, Stuttgart, London, Reykjavík. Bis Ende der 70er Jahre werden sie fast alle Bücher Roths gemeinsam herausgeben. Roth beteiligt sich an Mauricio Kagels Film Ludwig van und fertigt die Objekte Die Badewanne des Ludwig van und das Franz Léhar-Sofa an. Teilnahme an der documenta 4 in Kassel. Juli: Reykjavík; Arbeit an einem Fortsetzungsroman („freie behandlung der geschichte 2 tvövaldir & 4 einfaldir von vigfús björnsson“). Die ersten Teile erscheinen 1969 und 1971. Roth zieht seinen Beitrag zur Ausstellung fruend-friends-freunde und freunde in der Kunsthalle Bern vor der Eröffnung aufgrund von Differenzen mit dem Ausstellungsmacher Harald Szeemann zurück. Beiträge zu Daily-Bul 12, Pop Architektur Concept Art, Interfunktionen 3 und Zusammenarbeit mit der Petersburg Press.

1970

Düsseldorf
„stadtansichten (siebdrucke)”; die Werkphase des „banalromantischen monumentalismus (grosse behälter mit verkümmerndem und zerrieselndem)“ setzt ein. Arbeiten wie die Anis-Uhr, Gewürzobjekte oder die Gewürztruhe entstehen. Er verfasst für den Film Ludwig van den franzleharsofatext. Beginn der Zusammenarbeit mit Stefan Wewerka (Köln, Stuttgart, Braunschweig, Berlin, München, Reykjavík): Roth und Wewerka verändern oder führen die Arbeit des anderen fort. Es entstehen „die kassentexte“ als Beitrag zu Y2. „urbane matsche (versetzung eines textes von richard hamilton)“: Roth übersetzt den Essay Urban Image von 1963. Arbeit mit Karl Egon Schulz.

1971

Reykjavík, London, Düsseldorf, Braunschweig, Berlin, Luzern

Gedichte zu Noch mehr Scheisse. Eine Nachlese… „work in progress“: zweimal wöchentlich schaltet Roth einen Satz als Inserat im Luzerner Stadtanzeiger. Außerdem gestaltet er wöchentlich eine Lithografie auf demselben Stein für die Petersburg Press. Die ersten elf Zustände der Graphiken werden unter dem Titel Eine Muse heraus gegeben. Die Essays Franz Eggenschwiler und 2 Probleme unserer Zeit erscheinen. Vorbereitung einer Wanderausstellung der Bücher und Graphiken zusammen mit Hansjörg Mayer und Hanns Sohm. Erste Kollaborationen (Graphik) mit Richard Hamilton.

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