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1964-1966 USA

dieter roth - providence

1964

„schablonenkasten zum bildermachen (mit farbe, schuhwichse, nagellack, u. a. m.)“ August: Aufenthalt bei Arnold Saks in New York. September: Philadelphia. Die erste Einzelausstellung Roths in den USA, snow, findet am Museum College of Art statt. Der Flachdruck „das undeutliche (faint)“. Roth trifft Alison Knowles, Dick Higgins, Charlotte Moorman, Nam June Paik, George Brecht, Al Hansen, Bob Watts und Joe Jones in New York. Er beteiligt sich jedoch nicht an deren Aktionen und Happenings. November: New Haven. Roth erhält seinen ersten Lehrauftrag in der Architekturabteilung der Yale University, den er jedoch aufgrund von Differenzen mit den dortigen Professoren bald wieder aufgeben muß. Erste Radierungen mit Schokolade sowie bearbeitete Siebdrucke entstehen. Trennung von Sigri∂ur Björnsdottir.

1965

dieter roth

Providence
Roth unterrichtet für ein Jahr die Graphikklasse an der Rhode Island School of Design nach dem Prinzip „nichtunterricht als unterricht“. Er stellt seinen Studenten frei, an seinem Unterricht teilzunehmen oder diesem fernzubleiben. Teilweise unterrichtet er daraufhin Klassen mit nur zwei oder drei Schülern. Die Gedichte zum ersten Scheisse-Band, der 1966 erscheinen wird, entstehen. Roth erweitert diesen ersten Band in den folgenden Jahren um zwölf weitere. Er entwickelt ein Tonalphabet zum Spielen von Texten. Es entstehen Arbeiten aus organischen Materialien, die Roth als „zerfallobjekte und- bilder (symbolfiguren)“ bezeichnet. Auch für die Druckgraphik („pressungen und quetschungen“) verwendet er nun weitere Eßwaren und schafft z. B. Radierungen mit „pralinen, bananen, keksen u. a. m.“. Beiträge zu Kalender 65, Revue Integration und zu Spatial Poem No. 1 von Mieko (Chieko) Shiomi. Übersetzung des französischen Teils der Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls von Daniel Spoerri. Arbeit an Poetrie Nr. 1 (erscheint 1966). Roth trifft André Thomkins. Arbeit mit Rudolph Rieser. Roth gibt ein weiteres Künstlerbuch, das sogenannte Copley-Buch, heraus, das zusammen mit Richard Hamilton entstanden ist.

1966

dieter roth druckt

„änderung und korrektur der texte anderer“; „name einer graphik als die graphik selbst“; „numerierungsstempel mit 10 bildern“; „tage- und adressenbücher als ideenlisten“; „das negative pin-up“; „das illustrierte buch als musikstück“; „das vergleichsbild (und sein gegenteil)“. Roth trifft Oswald Wiener. Juni: Roth hält sich bei Hanns Sohm in Markgröningen auf. Er unterzieht sich in dessen Praxis Zahnbehandlungen, die er mit Kunstwerken bezahlt. Arbeit an die blaue flut. Beiträge zu et 2, Joglars, frau und fräulein, Gorgona 9, spatial poem no. 2 von Mieko (Chieko) Shiomi, Blockprint, Le petit Colosse des YMH. Im Sommer wird Roths Atelier in Providence wegen Mietrückstandes geräumt. Bis auf eine Assemblage auf Karton werden alle Werke zerstört. Arbeit an 246 little clouds (erscheint 1968).

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